Zeugen Jehovas in Russland: Gericht verurteilt Klimow zu sechs Jahren Haft

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Sergei Klimow in einer Zelle im Gerichtssaal im Mai 2019

Am 5. November 2019 wurde der Zeuge Jehovas Sergei Klimow vom Oktjabrski-Bezirksgericht in Tomsk zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Nur Dennis Christensen hat eine ähnlich lange Strafe erhalten. Allerdings hat das Gericht in Klimows Fall zusätzliche Auflagen beschlossen. Damit ist dieses Urteil das härteste gegen einen Zeugen Jehovas seit dem Verbot durch das Oberste Gericht im Jahr 2017.

Sergei Klimow wurde am 3. Juni 2019 verhaftet, nachdem Vollzugsbeamte, darunter auch Beamte einer Spezialeinheit, in 2 Wohnungen von Zeugen Jehovas eingedrungen waren. Rund 30 Mitglieder wurden zur Befragung gebracht. Eine Zeugin Jehovas war 83 Jahre alt. Bis auf Herrn Klimow wurden alle wieder entlassen. Gegen ihn wurde Strafanzeige erhoben und ein Gericht ordnete eine Untersuchungshaft von 2 Monaten an. Die Untersuchungshaft wurde sieben Mal verlängert. Dadurch ist er schon seit einem Jahr und fünf Monaten in Haft, getrennt von seiner Ehefrau und Familie – und das noch vor Antritt seiner 6-jährigen Freiheitsstrafe.

Die Anwälte von Herrn Klimow werden gegen diese Gerichtsentscheidung Rechtsmittel einlegen. Zusätzlich wurde am 20. August 2018 wegen seiner Untersuchungshaft beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte die Beschwerde Klimow gegen Russland eingereicht.

Weitere Informationen von unserem Redakteur Franz Michael Zagler unter der Telefonnummer 0676/637 84 96.

Fotos: JZ

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